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Stand: 24.07.2008
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  Sie sind hier: Gleitschirmschule > Fluggebietsführer > Hollersbach (A)
 

Hollersbach, Pinzgau (A)

Streckenflugschmankerl für den Nachmittag

Es gibt wohl kaum einen Piloten der von sich behaupten kann schon öfters im Pinzgau unterwegs gewesen zu sein, ohne Bekanntschaft mit dem Pass-Turn-Wind gemacht zu haben. Meistens endet diese Bekanntschaft mit einer unverhofften, schnellen und sehr vorzeitigen Landung auf den Wiesen dieses "Außenlandeparadieses".

Der Passwind am Pass Thurn ist nicht umsonst so berüchtigt und gefürchtet wie etwa der Malojawind im Engadin oder die Grimselschlange im Wallis. Sogar Segelflieger meiden den Einflussbereich dieses Paß- windsystemes und versuchen den kleinen Einschnitt zwischen Resterhöhe und dem Scheibenkogel mit Respektabstand und möglichst großer Höhe zu über- fliegen.

Da der Pass Thurn sozusagen als "Frischluftventil" für die aufgeheizten Hohen Tauern fungiert, kommt es im Bereich dieses Passes ab dem frühen Nachmittag zu einem "Hereinströmen" von Luft aus Norden in den Pinzgau. Der Bereich rings um die Passhöhe und die angrenzenden Berge gerät dadurch in eine so ausgeprägte Lee-Situation, die jedes Fluggerät das dem Einflussbereich dieser Kaltluftdusche nicht entgehen kann zu Boden zwingt.

Ein Phänomen, das uns Fliegern natürlich gar nicht recht ist, wenn wir uns auf der falschen Talseite befinden. Was des einen Leid ist aber wie immer auch des anderen Freud. Die in den Pinzgau einfließende Luft muss schließlich auch irgendwo wieder aufsteigen.

Die nachmittags ohnehin vom Sonnenstand besser erwärmten nordwestlichen Hangflanken auf der Tauernseite des Pinzgaus werden durch diesen Effekt im Bereich von Hollersbach zusätzlich begünstigt. Während auf der Pass-Thurn-Seite des Tales das große "blaue Loch" mit gewaltigem Luftmassensinken zur Hürde oder XC-Grab für unvorsichtige Textil- und sogar Plastikflieger wird, steigt die Luft hier ungehindert und großflächig in einem Umkreis von bis zu vier Kilometern in die Höhe. Kein Kunststück also, wenn trotz der gerin-

gen Höhendifferenz von nur knapp 350 Metern bis zum Talboden, ein "Absaufen" in Hollersbach fast unmöglich ist.

Voraussetzung für dieses meteorologische Phänomen ist allerdings eine Wetterlage mit normal "funktionierendem" Talwindsystemen. Bei Südlagen oder früh im Jahr kann der Wind vom Pass Thurn nämlich zu schwach sein oder sogar völlig ausbleiben. Die Folge: Die Tauernseite und ihre Nordwesthänge bleiben im Pinzgau bis zum Abend die benachteiligte Talseite im Lee und in Hollersbach kann man höchstens einen dreiminütigen Sinkflug zum Badesee antreten.

Doch das ist eher die Ausnahme. An normalen Hochdruck-Tagen im Juli arbeiten die Talwindsysteme zuverlässig und zwischen drei und fünf Uhr nachmittags kann man erfolgreich in den riesigen Aufwindbereich einsteigen. Die Wasserfontäne am Badesee in Hollersbach zeigt dabei recht anschaulich, ob der Wind vom Pass Thurn schon "an" ist. Fliegt die Gischt Richtung Süden ist der Zeitpunkt zum Starten gekommen.

Nach unfreiwilligen "Streckenflug-Absaufern" im Bereich des Pass Thurn oder am Wildkogel habe ich schon mehrfach den Weg über Hollersbach (per Autostop) gewählt, um nach einer Stärkung im Berghof den Rückweg an die Schmittenhöhe am späten Nachmittag per Luftexpress anzutreten. Der Frust des "verpatzten" Streckenfluges ist schnell vergessen, wenn man abends "just for fun" doch noch zum geplanten Landeplatz zurückkurvt.

Torsten Hahne

Detailinformationen zum Fluggebiet Hollersbach:

Land:

Österreich

Gemeinde:

Hollersbach

Region:

Salzburg / Pinzgau

Flugberg:

Berghof / Pihapperspitze

Koordinaten:

47-15-810 N 12-25-739 O - Berghof Hollersbach

Anfahrt:

Auto:
1. Autobahn München - Salzburg, Ausfahrt Siegsdorf/Traunstein über den Steinpaß durch das Salzachtal - Zell am See - mautfrei!
2. Autobahn München - Kufstein, Kitzbühel - Paß Thurn - Mittersill, Neukirchen, Krimml - mautfrei!
3. Autobahn München/Wien - Salzburg - Abfahrt Bischofshofen, Zell am See über Salzachtal nach Taxenbach, Rauris, Neukirchen, Krimml.
Bahn:
1. Bahnhof Zell am See und weiter mit Krimmler Bahn bis Krimml (Schmalspurbahn) oder mit Post- oder Bahnbus
2. Bahnhof Schwarzach (Eilzugstation) oder Taxenbach, Weiterfahrt mit Bus nach Embach/Lend oder Rauris.

Karten:

General Karte Nr. 7 (Österreich) 1.200.000 oder Kompass Wanderkarte Nr. 38 (Venedigergruppe / Oberpinzgau)

Startplatz:

Start:

N-NW. Der Wiesenstart nach Nordwest liegt auf ca. 1150 m MSL neben einer kleinen Scheune. Windsack vorhanden.

Zugang:

Auffahrt von Hollersbach zum Gasthof Berghof. Hier Parkplatz.

Landeplatz:

Platz:

1. Toplandung auf ausreichend großer, leicht geneigter Wiese neben dem Gasthaus Berghof auf ca. 1200 m MSL. Fast immer möglich.
2. Sollte die Thermik eine Toplandung nicht zulassen, kann neben dem Badesee in Hollersbach gelandet werden. Ca. 800 m MSL. Windsack, Fahnen, Wasserfontäne. Wechselnde Winde!!!

Start-/Landegebühr:

3,- Euro. Das Ticket gibt's im "Berghof".

Allgemeines:

Beste Jahreszeit:

Beste Thermik von Juni bis August.

Streckenmöglichkeiten:

Absolut relaxtes Fliegen zwischen den Krimmler Wasserfällen und dem Maiskogel bei Kaprun möglich. Kleinere Strecken sind auch bei einem Start nach vier Uhr nachmittags im Sommer noch entspannt zu fliegen.

Geflogene Spitzenleistung:

Nicht bekannt, und bei diesem Genuss-Streckenfluggebiet auch völlig uninteressant.

Besonderheiten:

Infokasten am Heustadel neben dem Startplatz. Beste Tageszeit am Nachmittag von 16.00 -20.00 Uhr. Der über den Paß Thurn hereinströmende Nordwind ermöglicht großflächiges Steigen. Später am Abend ist in Talmitte Umkehrthermik möglich. Landen sollte man nach Möglichkeit oberhalb des Startplatzes am Berghof, da im Tal die Richtungen der Luftströmungen stark variieren. Am Abend starke Wind- scherungen am Landeplatz am Badesee, durch Kaltluftausströmungen aus dem Hollersbachtal. Im Zweifel lieber auf den Landeplatz in Bramberg ausweichen.

Freizeitmöglichkeiten:

Diverse!

Weitere Sportarten und Freizeitmöglichkeiten:

Angeln, Baden / Schwimmen, Bergsteigen, Bergwandern, Mountainbike, Klettern, Eistouren.

Ausflugsziele:

Tauernradweg,
viele Mountainbikerouten im Hollersbachtal und am Sonn- und Schattberg.
Radverleih:
Pension Rösslhof, 5731 Hollersbach 99,
Tel.: ++43 6562 8175, Fax: ++43 6562 8175-4

Bewirtschaftete Almhütten:
Neue Fürther Hütte, Jausenstation Senningerbräualm und die Edelweißhütte.

Yves Rocher Kräutergarten mit 700 Arten von Gewürz-, Heil-, und Gartenpflanzen.

Naturbadesee mit dem Abenteuerspielplatz "Hollidee", Beach-Volleyballplatz und Skaterpark stehen zur Verfügung.

Weitere Bademöglichkeiten:
Badesee Neukirchen, Badesee Uttendorf, Erlebnisbad in Mittersill, ...

Unterkünfte:

Hotels, Pensionen, Ferienwohnungen aller Preisklassen und Kategorien.

Bemerkungen:

Durch Badesee, Mountainbikestrecken und viele Almwirtschaften sehr familien- freundlich. Ideales Gebiet für Piloten, die auch Freude an kleineren Strecken haben und ein unkompliziertes Fluggebiet mit der Möglichkeit die Familie in den Flugtag einzubinden suchen.

Adressen:

Informationen:

DFC Wildkogelfalken:
Johann Brandner, Tel: +43 (0)6565/6668

Tourismusverband Hollersbach:
A-5731, Tel: +43/6562/8105-0, Fax: +43/6562/8105-5,
Anfrage via e-mail: hollersbach@sbg.at

Gasthof Berghof:
Tel.: +43/6562/8218

Fluggebiete in der Umgebung:

Was wollen Sie tun?



DHV - Deutscher Hängegleiterverband e.V.

Zell am See:

Schmittenhöhe

Neukirchen:

Wildkogel

Gasteiner Tal:

Fulseck und Stubnerkogel

Zillertal:

Höhenstrasse

 

© FLYforFUN, Michael Engelhardt